Beim sonntäglich, mit Langeweile drohendem Verweilen vorm Rechner, im Internet unterwegs, begann ich heute darüber nachzudenken, wie ich ein “trusted Social Network” aufbauen könnte. Ein eigener kleiner Server mit einem Portal, Chatdienst, eMail, Galerie, Onlinedisk, was mir so einfiel. Die Idee habe ich schon lange im Kopf, schon die eine oder andere virtuelle Maschine erstellt. Ich denke, es könnte meinem Bekanntenkreis gefallen, zu wissen, wo seine Daten liegen und das mit ihnen nichts weiter geschieht. Ich würde nur Benutzer zulassen, die ich persönlich kenne. Und da stieß ich an die Grenzen der Idee. Jeder Benutzer, den ich kenne, kennt Leute, die er auch dazunehmen würde, der wiederum Leute kennt, die dieser dazunehmen würde. Das “trusted” würde mit jeder Stufe schwinden.
Die nächste Stufe war schon eine generelle Überlegung, wie man zwischen mehreren solcher kleinen “trusted Social Networks” kommunizieren könnte. Jeder Benutzer tritt einem bei – in jedem Bekanntenkreis gibt es so einen IT-Geek, oder? – und kann sich dann über Schnittstellen mit Benutzern anderer Netze verknüpfen, ohne die Privatsphäre des eigenen Netzes zu kompromittieren.
Nun war die nächste Stufe nicht mehr weit: Warum überhaupt irgendwelche Anbieter, über die irgendwas läuft? Warum brauche ich zum Vernetzen, Statusnachrichten schreiben, Links teilen, Bilder und Videos bereitstellen, eMails verschicken, Chatten oder Telefonieren überhaupt den Weg über den Server eines Anbieters? Sogar die Internetsuche via Google ist eigentlich so zentral, wie sie gerade ist, nicht nur überflüssig, sondern auch anfällig für Manipulation.
Die nächste Stufe heißt: IPv6, feste Adressen und P2P. Die meisten haben einen “Router” zu Hause. Diese “Router” sind mittlerweile kleine Heimserver, die mehr machen, als zu Routen. Heute schon könnten, aufgrund der größtenteils verfügbaren hohen Bandbreite, die meisten dieser Dienste direkt auf solchen kleinen Heimservern laufen, die Daten unter der Kontrolle der Benutzer bleiben und übermächtige Riesen, wie Google und Facebook überflüssig werden. Ich denke genau deshalb gibt es das, obwohl es möglich ist, noch nicht.
Um diese Gedanken festzuhalten und strukturieren zu können, eröffnete ich hier den neuen Themenbereich “Netopia” unter dem ich dazu zukünftig veröffentliche. Auch hier sei wieder gesagt, dass ich diese Inhalte in meiner Freizeit erstelle und weder fachlich fundiert noch wissenschaftlich herangehe.